Länderprojekt: In fremde Kulturen eintauchen

Mit Hingabe schnippelt Gaye schon die dritte Karotte. „Ich koche mit Mama!“, verrät der 3-Jährige freudestrahlend und stapelt Gemüse auf einen Teller. Seine Mutter rührt lächelnd in einem großen Topf, aus dem es nach vielerlei Gewürzen duftet. Darin schmort Yassa: Reis, Hühnchen und Gemüse – eine typische Speise aus Mauretanien, der alten Heimat von Gayes Eltern.

Brücke zwischen den Kulturen

Wenn es aus der SpielRaum-Küche besonders lecker duftet und die Kinder im Gruppenraum derweil vor Neugier fast platzen, dann ist wieder Länderprojekt in der Vorschulgruppe. Die unterschiedlichen Lebenswelten der multikulturellen Gruppe werden dabei in beispielhafter Weise verbunden. „Wir bauen eine Brücke zwischen den Kulturen“, beschreibt Miriam M’Bengue, Leiterin der Vorschulgruppe. „Die Familien unserer Kinder werden im Länderprojekt zu Experten und lassen uns hautnah in ihre oft so fremde Welt eintauchen.“

Länderkunde zum Anfassen

Höhepunkt beim Länderprojekt ist das gemeinsame Essen einer landestypischen Speise, zubereitet von den jeweiligen Eltern und ihrem Kind. So kamen bei der Vorschulgruppe schon Gerichte aus aller Welt auf den Tisch, aus Afghanistan, Deutschland, Mauretanien und Somalia. Vorher beschäftigen sich die Kinder intensiv mit dem jeweiligen Land. Sie schneiden beispielsweise eine Karte aus, basteln eine Fahne und lokalisieren das Land auf der Weltkarte. Sie erfahren, wie die Kinder in dem Land leben und welche Tiere es dort gibt. Die Projekt-Familie kommt in landesüblicher Kleidung in die Gruppe und bringt Alltagsgegenstände und Bilder oder Filme aus der Heimat mit. Die Eltern, unterstützt von den pädagogischen Fachkräften, singen, spielen oder tanzen mit den Kindern und lassen sie so die unbekannte Kultur erleben.

Gelebte Integration

„Wir leben alle in Deutschland und geben uns die Hand“, singt die Gruppe zum Abschluss. Miriam M’Bengue hat den Text dieses Liedes auf eine bekannte Melodie selbst verfasst und aktualisiert ihn immer wieder. Jedes Kind der Gruppe erhält so seine eigene Strophe und wird in seiner kulturellen Herkunft und Muttersprache gewürdigt. „Wir nehmen die Kulturen unserer Kinder ernst“, fasst Miriam M’Bengue zusammen, wie in der SpielRaum-Vorschulgruppe Integration nicht nur beschworen, sondern gelebt wird.

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